Rollgerüst
Ein Rollgerüst ist ein fahrbares Arbeitsgerüst, das auf Rollen verschoben wird und an unterschiedlichen Arbeitsstellen eingesetzt werden kann, ohne dass ein kompletter Auf- und Abbau nötig ist. Rollgerüste sind in Deutschland nach DIN EN 1004-1 genormt und werden im Handwerk, Innenausbau, bei Fassadenarbeiten sowie für Wartung, Malerarbeiten und Installationen verwendet. In unserem Sortiment finden Sie Rollgerüste von Altrex, KRAUSE, Hymer-Leichtmetallbau, ZARGES, MUNK Group (Günzburger Steigtechnik) und unserer Eigenmarke Steigtechnik Systeme.
Definition: Was ist ein Rollgerüst?
Das Rollgerüst – auch Fahrgerüst, fahrbares Gerüst oder im süddeutschen Raum „Rollrüstung" genannt – ist nach DIN EN 1004-1 ein vormontiertes Arbeits- und Schutzgerüst aus vorgefertigten Bauteilen, das in Feldern (Längs- und Quertraversen, Vertikalrahmen, Diagonalen und Plattformen) aufgebaut und auf vier feststellbaren Laufrollen verfahren wird. Anders als ein Standgerüst wird es nicht an der Fassade verankert, sondern frei stehend betrieben.
Rechtsgrundlagen: DIN EN 1004-1 und TRBS 2121-1
Für fahrbare Arbeitsgerüste gilt seit 2021 die DIN EN 1004-1 (Ersatz der zurückgezogenen DIN EN 1004:2005). Sie definiert Bauarten, Werkstoffe, Abmessungen, Belastungen und Prüfungen. Ergänzend regelt die TRBS 2121-1 (Technische Regeln für Betriebssicherheit) die Gefährdungsbeurteilung und die sichere Verwendung durch den Arbeitgeber: maximale Einsatzhöhen im Innen- und Außenbereich, Zwischenbelag, Auf- und Abstieg, Ballastierung und Wandabstand.
Maximale Aufbauhöhen
- Innenbereich: bis 12,00 m Standhöhe der Arbeitsfläche
- Außenbereich ohne Wandverankerung: bis 8,00 m Standhöhe
- Bei größeren Höhen: Ballastierung oder zusätzliche Verbreiterung/Konsolen nach Herstellerangabe
Aufbau und Bauteile eines Rollgerüsts
Ein typisches Rollgerüst besteht aus:
- Fahrrollen (Laufrollen) mit Feststellbremse, 125–200 mm Durchmesser
- Fahrbalken als Basis, der die Rollen aufnimmt und die Standbreite bestimmt
- Vertikalrahmen / Gerüstrahmen als tragende Seitenteile
- Horizontal- und Diagonalstreben zur Aussteifung
- Plattform (Gerüstbelag) mit Durchstiegsklappe
- Seitenschutz aus Geländerrahmen, Mittelholm und Bordbrett
- Ballastgewichten bzw. Stabilisierungs-Set bei größeren Höhen
Alle Bauteile sind hersteller- und seriengebunden – eine Mischmontage zwischen Fabrikaten ist nur zulässig, wenn der Hersteller dies in der Aufbauanleitung ausdrücklich freigibt.
Varianten und typische Einsatzbereiche
Nach Standbreite: schmale Einmann-Rollgerüste (75 cm Fahrbalken) für Treppenhaus und enge Räume, mittlere Breiten 90–135 cm für Innenausbau, breite Ausführungen 150 cm für Fassaden und Flachdächer.
Nach Bauart:
- Faltgerüst / Klappgerüst – schnell aufgebaut, geringe Aufbauhöhe
- Einstiegsgerüst / Zimmerfahrgerüst (ZiFa) – leichte Raumgerüste bis ca. 3 m
- Klassisches Rollgerüst – 5 bis 14 m Arbeitshöhe, modular
- Treppengerüst – mit Höhenausgleich für Treppenaufstiege
- Vario-Rollgerüst – mit Konsolen und Ausgleichsrahmen für Sonderfälle
Typische Anwender: Maler, Elektriker, Trockenbauer, Hausmeister, Fassadenreiniger, Monteure, Dachhandwerker, Privatkunden im Innenausbau.
Rollgerüst kaufen oder mieten
Wir führen Rollgerüste in allen gängigen Klassen von 2 bis 14 m Arbeitshöhe. Für kurzfristige Projekte bieten wir auch eine Rollgerüst-Vermietung an. Bestellungen ab einem Warenwert von 2.500 € qualifizieren sich auf Anfrage für unseren Gewerberabatt. Abholung am Lager in Neunkirchen-Seelscheid nach Absprache möglich, Versand erfolgt per Spedition innerhalb von 3–5 Werktagen in ganz Deutschland; nach Österreich und in die Schweiz auf Anfrage.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Rollgerüst und Fahrgerüst?
Beide Begriffe bezeichnen dasselbe: ein fahrbares, nicht verankertes Arbeitsgerüst nach DIN EN 1004-1. „Rollgerüst" ist im Innenausbau gebräuchlicher, „Fahrgerüst" in der Baubranche.
Welche Norm gilt aktuell für Rollgerüste?
Seit 2021 gilt die DIN EN 1004-1. Die frühere DIN EN 1004 (ohne Ergänzungsziffer) ist zurückgezogen.
Darf ich ein Rollgerüst allein aufbauen?
Der Aufbau sollte nach TRBS 2121-1 durch mindestens zwei geschulte Personen erfolgen. Der Aufbau durch eine Person ist möglich, wenn Hersteller und Aufbauanleitung dies vorsehen (z. B. Einmann-Rollgerüste).
Was kostet ein Rollgerüst?
Einsteiger-Rollgerüste (3–4 m Arbeitshöhe) ab ca. 600 €, Profi-Rollgerüste mit 8–10 m Arbeitshöhe zwischen 1.500 und 3.500 €. Fassadengerüste im Rollformat liegen höher.
Werden Rollgerüste von der Berufsgenossenschaft gefördert?
Ja – die BG-Bau fördert Rollgerüste aus unserem Sortiment mit bis zu 50 % Zuschuss für Mitgliedsbetriebe. Details auf der Seite der BG-Bau.
Siehe auch
- DIN EN 1004-1
- Arbeitshöhe Rollgerüste
- Gerüstklassen
- Fahrgerüst vs. Rollgerüst
- Überprüfung von Fahrgerüsten
Quellen
- DIN EN 1004-1 (2021-03) bei Beuth
- DGUV Information 201-011 — Verwendung von Arbeits-, Schutz- und Montagegerüsten
- TRBS 2121 Teil 1 (Gerüste) bei BAuA
- BG Bau — Absturzunfälle: Statistik & Schwerpunkte


