Rollgerüst mieten oder kaufen? Was sich wirklich lohnt

Rollgerüst mieten oder kaufen? Was sich wirklich lohnt

„Kaufen oder mieten?” – diese Frage hören wir praktisch bei jedem Beratungsgespräch. Die Antwort wünschen sich viele als klares Ja oder Nein. Ist es aber nicht. Es hängt davon ab, wie oft Sie das Rollgerüst tatsächlich brauchen. Wir haben mal die Zahlen nebeneinandergelegt.

Die Zahlen auf dem Tisch

Nehmen wir als Beispiel ein solides Aluminium-Rollgerüst mit 5 bis 7 Metern Arbeitshöhe – etwa von Krause oder Altrex. Das ist die Größe, die im Handwerk am häufigsten gebraucht wird.

Was der Kauf kostet

Der Anschaffungspreis liegt bei 2.500 bis 3.500 Euro. Dazu kommen jährliche Kosten: Wartung (etwa 125 bis 175 Euro), Lagerung und Versicherung (150 bis 250 Euro) und die Sicherheitsprüfung alle zwei Jahre (100 bis 150 Euro). Macht unterm Strich rund 275 bis 425 Euro pro Jahr – plus natürlich die einmalige Anschaffung.

Was die Miete kostet

Tagesmieten für ein vergleichbares Gerüst liegen üblicherweise bei 50 bis 100 Euro, im Schnitt etwa 75 Euro pro Tag. Bei 10 Einsätzen im Jahr, die jeweils rund 2 Tage dauern, landen Sie bei 1.500 Euro. Plus eventuell Liefer- und Transportgebühren.

Ab wann rechnet sich der Kauf?

Hier wird es spannend:
  • 5 Einsätze/Jahr: Mietkosten ~750 € vs. Kaufkosten ~3.275 € → Miete günstiger
  • 10 Einsätze/Jahr: Mietkosten ~1.500 € vs. Kaufkosten ~3.275 € → Miete günstiger
  • 20 Einsätze/Jahr: Mietkosten ~3.000 € vs. Kaufkosten ~3.275 € → Etwa gleich
  • 25 Einsätze/Jahr: Mietkosten ~3.750 € vs. Kaufkosten ~3.275 € → Kauf günstiger
  • 30 Einsätze/Jahr: Mietkosten ~4.500 € vs. Kaufkosten ~3.275 € → Kauf deutlich günstiger
Der Break-even liegt also bei etwa 20 Einsätzen im Jahr. Ab diesem Punkt fangen Sie an, mit dem eigenen Gerüst Geld zu sparen. Und ab dem zweiten Jahr wird der Unterschied richtig deutlich.

Wann Mieten die bessere Wahl ist

Mieten macht Sinn, wenn Sie weniger als 15 bis 20 Einsätze im Jahr haben. Oder wenn es um ein einmaliges Projekt geht, für das Sie eine bestimmte Höhe brauchen, die Sie sonst nie einsetzen. Auch für Betriebe in der Gründungsphase, die noch kein großes Budget haben, ist Rollgerüst mieten der sichere Weg. Kein Kapital gebunden, keine Lagerfläche nötig, keine Wartung, keine Versicherung. Sie holen das Gerüst, nutzen es und geben es zurück. Das technische Risiko liegt komplett beim Vermieter. Die Nachteile zeigen sich bei regelmäßiger Nutzung: Dann wird es schnell teuer. Dazu kommt die Abhängigkeit vom Vermieter – ist das gewünschte Gerüst gerade nicht verfügbar, steht die Baustelle still.

Wann der Kauf die bessere Wahl ist

Rollgerüst kaufen lohnt sich ab etwa 20 Einsätzen pro Jahr. Sie haben es immer sofort verfügbar, kontrollieren selbst den Zustand und sind von niemandem abhängig. Ein gutes Rollgerüst hält 15 bis 25 Jahre. Auf diese Zeitspanne gerechnet kostet Sie jeder einzelne Einsatz irgendwann nur noch ein paar Euro. Was viele vergessen: Steuerlich können Sie das Gerüst als Betriebsausstattung abschreiben. Je nach Betriebsgröße macht das einiges aus. Klar, die Anfangskosten sind hoch. Sie brauchen Platz zum Lagern und müssen regelmäßig warten lassen. Aber wer das von Anfang an einkalkuliert, fährt auf Sicht deutlich günstiger.

Die Hybrid-Strategie: oft die cleverste Lösung

Viele erfahrene Betriebe machen es so: Sie kaufen das Rollgerüst in der Größe, die sie am häufigsten brauchen – meist 5 bis 7 Meter. Für die seltenen Projekte, die eine andere Höhe erfordern, wird dazugemietet. Geringe laufende Kosten und trotzdem flexibel. Ein Beispiel: Ein Malereibetrieb kauft sich ein 5-Meter-Gerüst für etwa 2.500 Euro. Das nutzt er für 80 Prozent seiner Aufträge. Wenn mal ein Projekt mit 10 Meter Arbeitshöhe kommt, mietet er für ein paar Tage dazu.

Finanzierungsmöglichkeiten

  • Leasing: Monatliche Raten, am Ende Übernahme möglich – gut bei konstanter Auslastung
  • Betriebskredit: Spezielle Konditionen für Arbeitsmittel bei vielen Banken
  • Förderungen: KfW und regionale Wirtschaftsförderungen haben Programme für Handwerksbetriebe
  • Ratenkauf: Viele Fachhändler bieten Ratenzahlung direkt an

Fazit: Die richtige Entscheidung hängt von Ihren Zahlen ab

Weniger als 15 Einsätze pro Jahr? Mieten ist günstiger. Zwischen 15 und 25 Einsätze? Die Hybrid-Strategie ist meistens am cleversten. Mehr als 25 Einsätze? Kaufen ist wirtschaftlich die einzig sinnvolle Option. Zählen Sie Ihre tatsächlichen Einsätze im letzten Jahr zusammen und rechnen Sie mit der Break-even-Tabelle oben. Und wenn Sie unsicher sind: Lassen Sie sich beraten. Wir rechnen das gerne gemeinsam mit Ihnen durch. Kostenlose Break-even-Berechnung anfordern auf meinrollgeruest.de