Häufige Fragen zu Rollgerüsten
Welche Norm gilt 2026 für Rollgerüste?
Für fahrbare Arbeitsgerüste (Rollgerüste, Fahrgerüste, Klappgerüste) gilt die DIN EN 1004-1 (Ausgabe 2021-03). Sie hat die alte DIN EN 1004:2005 abgelöst. Achten Sie beim Kauf auf das „-1″ in der Norm-Bezeichnung — Modelle ohne -1 entsprechen nicht dem aktuellen Stand.
Wie berechne ich die richtige Arbeitshöhe?
Faustregel: Arbeitshöhe = Standhöhe + 2,00 m. Eine durchschnittlich große Person reicht etwa 2 m über die Plattform. Für eine 6 m hohe Decke brauchen Sie also ein Gerüst mit 4 m Standhöhe (= ca. 6 m Arbeitshöhe).
Welche Lastklasse hat ein Rollgerüst?
Rollgerüste werden meist in Klasse 2 (1,5 kN/m²) oder Klasse 3 (2,0 kN/m²) ausgeführt. Klasse 3 ist die höchste praxisübliche Klasse für fahrbare Gerüste. Klassen 4–6 sind stationären Fassadengerüsten nach DIN EN 12810 vorbehalten.
Von welcher Seite steige ich auf ein Rollgerüst?
Der Aufstieg erfolgt immer von der Innenseite — über die Rahmen-Sprossen, eine Innen-Leiter oder einen Schräg-Aufstieg. Außen am Rahmen zu klettern ist nach DIN EN 1004-1 und TRBS 2121-2 verboten und eine der häufigsten Sturzursachen.
Wie hoch darf ein Rollgerüst frei stehen?
Innen bis 12,00 m Standhöhe, außen bis 8,00 m frei stehend. Größere Höhen sind nur mit Verankerung am Baukörper, Ballastierung oder Auslegern nach Aufbau- und Verwendungsanleitung zulässig. Ab 5 m sind in der Regel Ausleger Pflicht.
Wer darf ein Rollgerüst aufbauen?
Jede unterwiesene Person darf ein Rollgerüst bis 10 m Plattformhöhe nach der Aufbau- und Verwendungsanleitung aufbauen (TRBS 2121-2, DGUV 201-011). Für größere Höhen oder Sonderkonstruktionen ist ein Sachkundiger erforderlich.
Wie oft muss ein Rollgerüst geprüft werden?
Vor jeder Verwendung eine Sichtprüfung durch eine unterwiesene Person, mindestens jährlich eine Prüfung durch einen Befähigten nach BetrSichV. Nach jedem Auf- und Umbau ist eine Funktionsprüfung nötig.
Was ist die 2-Meter-Regel beim Rollgerüst?
Zwischen zwei begehbaren Plattformen darf nach DIN EN 1004-1 maximal 2,00 m Abstand liegen. Auf jeder Zwischen-Ebene muss ein Übergang vorhanden sein, damit niemand über mehrere Meter ohne Trittfläche klettern muss.
Lohnt sich Rollgerüst mieten oder kaufen?
Faustregel: Ab etwa 4 Einsatztagen pro Jahr ist der Kauf wirtschaftlicher als die Miete. Bei einer einmaligen Sanierung lohnt die Miete (im Rheinland ab 45 €/Tag). Details in unserem Ratgeber „Rollgerüst mieten oder kaufen”.
Welches Rollgerüst ist das beste?
Es gibt nicht das eine beste Modell. Bei Preis-Leistung führt unsere Eigenmarke Steigtechnik Systeme, bei Modellvielfalt Altrex, bei Robustheit MUNK Günzburger, bei Langlebigkeit Albert. Entscheidend sind Arbeitshöhe, Plattform-Breite und Einsatzart.
Welches Rollgerüst für einen Maler?
Für Maler genügt meist ein 1-Personen-Mini-Gerüst (bis 4–6 m) oder ein Klappgerüst (bis 5,8 m). Für Treppenhäuser empfiehlt sich ein Modell mit Schräg-Aufstieg. Wichtig ist die schmale 0,75-m-Plattform für enge Räume.
Wird ein Rollgerüst von der BG-Bau gefördert?
Ja. Über die BG-Bau-Arbeitsschutzprämien werden Modelle mit vorlaufendem Geländer (Safe-Quick®, GuardMatic, Smart-Art), Schräg-Aufstiege und 1-Personen-Gerüste mit bis zu 50 % Zuschuss gefördert. Maximal 10.000 € pro Betrieb und Jahr.
Darf ich ein Rollgerüst mit Personen darauf verschieben?
Nein. Die DIN EN 1004-1 verbietet das Verschieben mit Personen oder Material auf den Plattformen ausdrücklich. Vor jedem Standort-Wechsel müssen die Plattformen geräumt und das Gerüst auf die untere Ebene zurückgesetzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Rollgerüst und Fahrgerüst?
Die Begriffe werden synonym verwendet. Beide bezeichnen ein fahrbares Arbeitsgerüst nach DIN EN 1004-1 auf Rollen. „Fahrgerüst” betont die Mobilität, „Rollgerüst” ist die umgangssprachliche Bezeichnung.
Brauche ich für ein Rollgerüst Ausleger?
Ab 5 m Standhöhe sind Ausleger (Stabilisatoren) nach Aufbau- und Verwendungsanleitung in der Regel Pflicht. Sie vergrößern die Standfläche und sichern gegen Kippen. Bei größeren Höhen kommt zusätzlich Verankerung oder Ballast dazu.
Was bedeutet vorlaufendes Geländer (Safe-Quick, GuardMatic)?
Ein vorlaufendes Geländer wird von der unteren Ebene aus montiert, bevor man die nächste Plattform betritt — so ist man beim Aufbau jederzeit gesichert. Safe-Quick® (Altrex), GuardMatic (KRAUSE) und Smart-Art (Eigenmarke) sind solche Systeme und BG-Bau-förderfähig.
Ihre Frage war nicht dabei?
Wir beraten Sie persönlich zu Modell, Arbeitshöhe und Förderung.





